Filmstill "Riot Not Diet", Regie: Julia Fuhr Mann, Premiere: 2018
Filmstill "Riot Not Diet", Regie: Julia Fuhr Mann, Premiere: 2018

 

Liebe BesucherInnen meiner Webseite,

 

unlängst fragte mich eine Freundin am Telefon „Und was machst du so?“ - Gerne hätte ich gesagt: „Kunst, was sonst?!“. Stattdessen eher eine exzellente Gastgeberin für Bazillen aller Art sein, meiner neuen Dusche linkshändig beim Entstehen zuschauen und Geschenke für den Pärchenadventskalender aussuchen. Den ganzen November war ich aufgeregt mit Besorgen und Verpacken, jetzt bin aufgeregt beim Auspacken.

 

Nach einem turbolenten und aufregenden Kunstjahr verhält sich dieser Herbst eher zaghaft. Es ist die Zeit, einige Dinge aufzuarbeiten und meine neue Serie aus Zeichnungen in Angriff zu nehmen. Back to the roots sozusagen. Außerdem wird es bald wieder eine feine Glosse in der BILDPUNKT von mir geben. Der queer-feministischen Dokumentarfilm "Riots not Diets" von Julia Fuhr Mann, in dem ich eine der Protagonistinnen spiele, feiert seinen Sneak Preview übrigens im Februar 2018, Deutschland- und Europapremieren folgen.

 

Filmstill "Riot Not Diet", Regie: Julia Fuhr Mann, Premiere: 2018
Filmstill "Riot Not Diet", Regie: Julia Fuhr Mann, Premiere: 2018
Filmstill "Riot Not Diet", Regie: Julia Fuhr Mann, Premiere: 2018
Filmstill "Riot Not Diet", Regie: Julia Fuhr Mann, Premiere: 2018

 

__________________________________________________________________________________

 

 Endlich ist es soweit, der erste deutschsprachige Fat Studies Reader (hrsg. Lotte Rose und Friedrich Schorb) ist erschienen und meine Arbeit ist darin vertreten. Einen großen Dank an Kristina Kulicova und ihren selbstredenden Artikel "Fette Kunst":

 

Auszüge aus dem Artikel Fette Kunst:

 

"Merkleins fette Perspektive begrenzt sich aber nicht nur auf die Fat Pig Ausstellung. Durch ihr künstlerisches Werk zieht sich ein roter Faden die Bemühung, die fette Identität neu zu definieren. Als fette Person spricht sie durch ihre Werke über eigene Erfahrungen sowie über die strukturelle Unterdrückung von fetten Menschen. (...) Ihre Performances verbinden Sinnlichkeit mit Politik und zeigen oft mit Hilfe von Humor und Ironie Probleme von Menschen auf, die aufgrund ihrer Körper Opfer unternehmerischer, politischer und medizinischer Interventionen geworden sind. (...)

 

Leider behaupten noch immer zu viele, auch in der Kunstwissenschaft, Dicksein sei ein rein individuelles (Wahrnehmungs-)Problem und werfen denjenigen Künstler_innen Selbstreferenzialität vor, die den eigenen fetten Körper als künstlerisches Mittel einsetzen. Diese Privatisierung eines gesellschaftlichen Problems trägt zu sozialer Ungleichheit und Marginalisierung von fetten Menschen bei. (...) Fette Kunst ist da, um jenen die Augen zu öffnen, die fette Körper nur so lesen, wie es ihnen beigebracht wurde. Und sie ist da, um die Herzen zu füllen. Es ist eine Kompensation der mangelnden Repräsentation. Es ist eine Liebeserklärung, ein Protest, ein Aufruf zur Mobilisierung und eine Therapie. Es ist persönlich und politisch, und es ist furchtlos."

_______________________________________________________________________________

 

Wie immer mit herzlichen Grüßen aus dem Äther verbleibend,

Ihre Veronika Merklein

_______________________________________________________________________________

RÜCKBLICK

_______________________________________________________________________________

 

Die Dokumentation meiner Einzelausstellung DIE HARD, die im Mai 2017 zu Ende gegangen ist, findet sich hier.

 

 

"...the last thing [Merklein] wants is to be a heroine, 

but [she] doesn't have a choice." 

 

_______________________________________________________________________________

 

Auch habe ich mal wieder in die Tasten gehauen und einen Text für die aktuelle BILDPUNKT-Ausgabe "Class matters" verfasst:

__________________________________________________________________________________

 

Der Trailer unseres Performancelecturetanzsymposium in drei Teilen: "The Inefficient Body – Anti-Capitalist Strategy. Ein Symposium" vom November 2016 ist fertig:

 

Foto: Dominik Schauer
Foto: Dominik Schauer

 

 

 

 

"Mit stoischer Präsenz und sorglosem Stolz verkörpert Veronika Merklein in strengen Bewegungen eine scheinbare Ziellosigkeit. In ihrem einsamen und entwaffnet ehrlichem Beitrag unterbricht sie Bedeutungen, schafft Lücken und lädt sich selbst und das Publikum in Zonen des Unbehagens ein, ohne dabei den Wunsch nach einer berührenden Begegnung auszuschließen. Ihren ureigenen Ängsten einer erfolgreichen Vermarktung in der Öffentlichkeit begegnet sie mit Leichtigkeit und decodiert zugleich Körperfülle und Gewicht."

 

Text: Milan Loviška 

__________________________________________________________________________________

 

Nachhören kann man das Liveinterview mit Bernadett Wilhelm und mir auf Soundcloud.

__________________________________________________________________________________

Foto: Monika Deimling
Foto: Monika Deimling

 

Ich bin überglücklich, bei den PAS - Performance Art Studies in der Galerie Stock hier in Wien meine ersten Lehrerfahrungen gesammelt zu haben, inklusive meiner Lecture "I am not a Performance Artist", was viele Diskussionen hervorrief. Ich bedanke mich bei Johannes, Monika, Matthias, Michael, Burcak, Amelia, Carmen, Antje, Felipe, Zarko, Roberta, Elisa sowie last but not least bei Michaela Stock für das wunderbare Dopust - Days of Open Performance - Festival.

__________________________________________________________________________________

Mein Dokumentationsvideo "Life-Long Weight-Gaining" wurde von Virgie Tovar neben vier anderen wunderbaren Filmen für das Filmscreening

Lose Hate Not Weight: Fat Positive Short Films

ausgesucht und Ende Juni 2016 gezeigt.

__________________________________________________________________________________

Mit meinen grandiosen Mitstreiterinnen Bobby Be von der österreichischen Plus-Size-Plattform CURVECT und "Venus in echt"-Autorin Rhea Krcmárová haben wir 2016 die Initiative CurVienna ins Leben gerufen und am 24. April das erste große Plus-Size-Modeevent realisiert. Wir sind sehr stolz, dass uns viele große österreichische Medien angekündigt haben:

 

Unsere gesamte Dokumentation mitsamt Downloadfile gibt es jetzt auf unserer Webseite. Das Interview mit Bobby und mir bei dem österreichischen Radiosender FM4: https://soundcloud.com/veronika-merklein/curvienna-fm4mp3. Bald könnt ihr auch für einen Preis abstimmen, für den wir uns beworben haben. Stay tuned!

Auch hat Virgie Tovar in Take The Cake: Fat Babes In Vienna ihre Eindrücke niedergeschrieben:

__________________________________________________________________________________

Außerdem ist der erste Teil "Das schöne und brutale (Innen)leben der Menschen" eines sehr langen Interviews auf Curvect veröffentlicht. Dieses Mal geht's um Kunst, die nächsten Male um Body-Positivity und das Verhältnis zum eigenen Körper.

__________________________________________________________________________________

Meine Performance "erdbeermilch" ist außerdem Teil des "Hotel Obscura"-Dokumentationfilms (18min, Regie: Anatol Bogendorfer, kuratiert von Die Fabrikanten), der am 22. und 23. April 2016 in Linz auf dem Crossing Europe-Festival gezeigt wurde:

__________________________________________________________________________________

Auch haben "Die Fabrikanten" ein schönes Interview mit mir über Performancekunst zusammen geschnitten. Ein großes Dank dafür: